Welche persönlichen und/oder typischen Eigenschaften aus deiner Kultur nimmst du mit und sind für das Schweizer Gesundheitswesen von Vorteil?
Abgesehen davon, dass die Schweizer die Niederländer sehr sympathisch finden, hat das Niederländisch sein auch den Vorteil, dass ich die deutsche Sprache schnell gelernt habe. Das macht die Kommunikation, auch im Dialekt, viel einfacher und bringt einen näher an die Kollegen und Patienten heran.
Ausserdem ist die holländische Gelassenheit in der Schweiz definitiv ein Vorteil und ein schönes Gegenstück zur Schweizer Präzision und Samtigkeit.
Die qualitative Ausbildung, das zusätzliche Wissen und die weiterentwickelte Erfahrung der niederländischen Pflegekräfte werden in der Schweiz sehr geschätzt. Dies, kombiniert mit der Mentalität, mit Herz zu arbeiten und sich nicht zu beklagen, macht uns Niederländer zu einer sehr geeigneten Ergänzung für das Schweizer Gesundheitswesen.
Welchen Beitrag hat Swiss HRmed zu deiner Karriere geleistet?
Ich bin auf Swiss HRmed gestossen, nachdem ich einen Tipp von einem Freund bekommen habe. Dann habe ich Brigit kontaktiert und gefragt ob sie mir bei der Jobsuche und dem Auswanderungsprozess helfen konnte. Ich hatte mehrere niederländische Vermittlungsorganisationen kontaktiert, aber ich fühlte mich wie eine Nummer und diese Organisationen wollten nur Geld aus mir machen, während ich dabei war, mein ganzes Leben in den Niederlanden aufzugeben und mehr Prioritäten hatte als nur Geld zu verdienen.
Swiss HRmed, mit Sitz in der Schweiz, investierte Zeit und persönliche Aufmerksamkeit in mich. Sie hörten sich meine Wünsche an und halfen mir auch bei meiner Ankunft in der Schweiz mit Unterkunft, Versicherung und Aufenthaltsgenehmigung. Ein weiterer grosser Vorteil war, dass Swiss HRmed nur eine Vermittlerrolle innehat und du dann ein Angestellter des Spitals wirst.
Ein Blick zurück:
Wie wurdest du in der Schweiz aufgenommen und was hat dir die Arbeit in der Schweiz bis heute gebracht?
Mein Vorteil war, dass ich bereits holländische Bekannte hier in Bern hatte und zusammen mit meinem Mann hierher gezogen bin, so dass ich nicht ganz allein war. Die ersten Monate waren ziemlich hart: andere Sprache, neue Umgebung und andere Kultur. Meine Schweizer Kollegen haben sich sehr bemüht, dass ich mich wohl fühle, sie haben mit mir Hochdeutsch gesprochen und ich hatte einen sechsmonatigen Einarbeitungsprozess mit einer festen Ansprechperson. Was mir auch sehr geholfen hat, war, dass das Team aus bis zu 9 verschiedenen Nationalitäten bestand, so dass ich mich nicht fremd fühlte und die Anerkennung der anderen ausländischen Kollegen spürte.
Aber die Schweizer sind zurückhaltender als die Niederländer. Sie laden einen nicht so leicht ein, mit ihnen irgendwohin zu gehen, und halten Privates und Arbeit ohnehin getrennt. Es braucht Zeit, um eine Beziehung zu einem Schweizer aufzubauen. Glücklicherweise gibt es in Bern viele verschiedene Nationalitäten, darunter auch viele Niederländer, so dass man sich automatisch gegenseitig sucht, um Erfahrungen auszutauschen. So habe ich jetzt einen sehr grossen niederländischen Freundeskreis hier, mit dem wir die ganze Schweiz erkunden und viele lustige Dinge unternehmen. Und die Schweizer Kontakte? Die sind jetzt auch da. Und sie sind eine sehr schöne Ergänzung, denn sie geben einem noch mehr Einblick in die Schweizer Sitten und die Schweizer Kultur.